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	<title>Ausserwoeger&#039;s Blog</title>
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		<title>Ein paar Gedanken über das Ansehen&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2012 19:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Ansehen]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
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		<category><![CDATA[Maria]]></category>

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		<description><![CDATA[(Predigt zum 15. August 2012) Ich glaube fast alle von uns haben schon folgende Szene oder eine ähnliche erlebt: Kinder spielen oder bauen etwas, stellen etwas zusammen und, wenn das Werk oder das Kunststück gelungen ist, sagen, oder besser gesagt &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2012/09/25/ein-paar-gedanken-uber-das-ansehen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=137&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(Predigt zum 15. August 2012)</p>
<p>Ich glaube fast alle von uns haben schon folgende Szene oder eine ähnliche erlebt: Kinder spielen oder bauen etwas, stellen etwas zusammen und, wenn das Werk oder das Kunststück gelungen ist, sagen, oder besser gesagt schreien sie dann: „Mama, oder Papa schau her!“ Und sie rufen so lange, bis wir uns wirklich Zeit genommen haben, um sie und ihr Kunstwerk zu sehen und anzuschauen. Kinder haben ein sehr feines Gespür ob wir ihnen wirklich unsere Aufmerksamkeit schenken oder nur so halbherzig hinblicken. Kinder, die von Seiten ihrer Eltern wenig Ansehen bekommen, haben oft einen nicht so guten Start ins Leben und manch einer versucht sein ganzes Leben, jenes Ansehen zu ergattern, dass er von Vater oder Mutter nicht bekommen hat.</p>
<p>Dieser Wunsch nach dem Angesehen werden ist aber nicht nur bei unseren Kindern präsent. Auch wir Erwachsene haben einen tiefen und ich denke sehr berechtigten Wunsch gesehen zu werden. Wir haben den Wunsch Ansehen zu bekommen und zu erlangen. Wie wichtig uns das ist, bemerken wir manchmal dann, wenn wir übersehen werden, obwohl wir dazugehören oder wenn unser Beitrag den wir leisten von anderen nicht gesehen wird. Wenn so etwas passiert, dann tut uns das weh, weil unser Bedürfnis nach dem Gesehen werden durch den Anderen nicht erfüllt wurde.</p>
<p>Ja, ich denke wir könnten sogar soweit gehen und sagen, es ist ein allgemein menschliches Phänomen, dass wir Menschen danach streben vom anderen gesehen, vom anderen angesehen zu werden. Diese Weisheit manifestiert sich wohl auch in der Redensart, wenn wir davon sprechen, dass er oder sie ein angesehener Mann oder eine angesehene Frau ist. So heißt es bspw. auch über das Amt des Bischofs im 1. Timotheusbrief, dass nur der dieses Amt ausüben soll, der auch bei den Außenstehenden angesehen ist.</p>
<p>Das sehr Bedenkenswerte bei der Sache mit dem Ansehen ist nun für mich: Dass wir uns das Ansehen nicht selber geben können. Diese Bedeutung liegt schon im Wort selbst begründet. Denn wir erlangen Ansehen immer durch den Anderen, der uns eben ansieht. Daher ist das eigene Streben nach Ansehen recht zweischneidig. Weil wir zwar auf der einen Seite den großen Wunsch in uns nach Ansehen spüren und wir oft auch viel in Bewegung setzen, um Ansehen zu erlangen, aber auf der anderen Seite liegt es in der Natur der Sache, dass wir uns das Ansehen, das uns wirklich trägt und nährt, nicht selber geben können; wir erhalten und empfangen es vom Anderen.</p>
<p>Im Evangelium haben wir heute das Magnifikat, das große Lob- und Dankgebet gehört, das Maria in der Begegnung mit Elisabeth anstimmt. Und in diesem Lobgebet sagt Maria folgende Worte: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“ Gott hat Maria angesehen. Er hat ihr Ansehen verliehen. Maria empfängt ihr Ansehen im wörtlichen und im übertragenen Sinne von Gott her. Sie erarbeitet sich ihr Ansehen nicht selber, sie empfängt es in der Begegnung mit Gott. Und nur deswegen folgt wahrscheinlich der nächste Satz in diesem großen Gebet, der da lautet: „Siehe, von nun an preisen mich glücklich alle Geschlechter.“ Warum kann die Demütige Maria guten Gewissens einen so hochmütigen Satz aussprechen. „Siehe, von nun an preisen mich glücklich alle Geschlechter.“ Großspuriger geht’s ja nun wirklich nicht mehr. Ich glaube Maria getraut sich diesen Satz auszusprechen, weil sie weiß, dass sie um ihr Ansehen nicht krampfhaft gekämpft oder gerungen hat. Sie hat es von Gott empfangen. Glücklich der Mensch, der sein Ansehen von Gott empfängt.</p>
<p>Ich glaube unser Leben in Familie und Beruf wäre manchmal um vieles entspannter und entkrampfter, wenn wir dieser Botschaft mehr vertrauen könnten: Dass das Ansehen, das uns zutiefst glücklich macht, nach dem wir uns manchmal so sehr sehnen im Grunde genommen nur durch Gott geschenkt werden kann. Nur Gott kann jenes Ansehen geben, dass uns wirklich trägt.</p>
<p>Wie sehr die Mächtigen um ihr Ansehen bangen und krampfhaft ringen, können wir ja täglich in den Medien verfolgen. Besonders bewegt hat mich aber jene Geschichte von den drei russischen Frauen, die im Frühjahr dieses Jahres verkleidet in der Erlöserkirche in Moskau ein Lied auf Video aufgenommen haben, in dem es u.a. heißt Maria, Mutter Gottes erlöse uns von Putin. Die Frauen stellten dieses Video ins Internet. Vor einigen Tagen wurden diese Frauen zu drei Jahren Straflager in Sibirien verurteilt. Wer so handelt, wie die Mächtigen in diesem Schauprozess weiß, dass er bei den anderen eigentlich kein Ansehen hat, und deswegen verkrampft und verbissen um Ansehen kämpfen muss und wenn nötig es mit Gewalt erzwingt.</p>
<p>Maria betont besonders, dass Gott auf ihre Niedrigkeit geschaut hat. Wenn man das Magnifikat liest, so hat es den Anschein, dass Gott eine Vorliebe für die Kleinen und Schwachen hat, für die Armen, ja für jene, die nach menschlichem Ermessen wenig Ansehen haben. So betet Maria im Magnifikat weiter, und wenn wir nicht wüssten, dass diese Zeilen aus dem Lukasevangelium stammen, könnten sie auch aus einem sozialrevolutionären Manifest stammen: „Gott zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind, er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“</p>
<p>Und wie steht es da mit uns? Ich denke wir brauchen uns nichts vormachen, wir haben eine ziemlich genaue Bewertungsliste in unserem Kopf, wer in der Gesellschaft, wer in einer Stadt, in einem Dorf unten, in der Mitte oder oben ist. Die Frage ist, wie gehen wir mit jenen um, von denen wir glauben sie sind eher unten in unserer Bewertungsskala. Begegnen wir diesen Menschen von oben herbab mit einem Blick der sie noch kleiner werden lässt oder begegnen wir ihnen mit jenem Blick, der Ansehen und Größe verleiht.</p>
<p>Aus dem Magnifikat und aus dem Lukasevangelium im besonderen wissen wir, dass Gott besonders den Kleinen, den Unwichtigen, den Ausgegrenzten Ansehen verleiht. Grund Genug von Gott die Gnade zu erbitten, zumindest zu versuchen, es ihm gleich zu tun.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/spiritualitat-und-religion/'>Spiritualität und Religion</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/137/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=137&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lebensgrenzen erfahren und begleiten – ein Interview mit dem Krankenhausseelsorger Reinhold Felhofer</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 18:06:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Felhofer]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhausseelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Schicksalsschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnerfahrung]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>„Jeder ist reich genug, um zu geben und jeder hat ein Stück Armut, um beschenkt zu werden.“ Dieser persönliche Leitspruch begleitet Mag. Reinhold Felhofer bei seiner Arbeit als Seelsorger auf der Palliativstation im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. An der Seite von Menschen, die in der letzten Phase ihres Lebens sind, erfährt er das Hin und Her zwischen Geben und Beschenktwerden als sehr intensiv. Helmut Außerwöger sprach mit ihm über seinen Lebensweg, der geprägt ist durch einen schweren Unfall und über seine Arbeit als Krankenhausseelsorger.</p>
<p>Im März 2001 hatte Reinhold Felhofer einen schweren Autounfall, bei dem sich damals der Missionar auf Zeit den 7. Halswirbel gebrochen hatte. Seither ist der Theologe querschnittgelähmt und auf das Mittel eines Rollstuhls angewiesen. Ein Jahr lang ist er im Krankenstand und lernt kennen, was es heißt, Patient zu sein. In dieser Zeit erfährt er, wie gut oder auch wie schlecht einem ein einzelnes Wort oder eine Geste tun kann. Als er in der ersten Zeit nach seinem Unfall ans Bett „gefesselt“ ist, gehen ihm manche sicherlich nicht bös gemeinten Kommentare unter die Haut. „Ich hatte nicht gedacht, dass ich eine so dünne Haut habe, wie man sagt, und dass es mir sehr nahe ging, wenn über mich geredet und gescherzt wurde.“</p>
<p>Andererseits erlebte Felhofer in den ersten Wochen nach seinem Unfall in Südafrika auch viel Unterstützung. Scharenweise kamen Menschen aus seiner Pfarre in Südafrika, um ihn zu besuchen. Eingeprägt haben sich für ihn auch zwei Sätze, die ein Grundvertrauen, trotz der schweren Situation, wachgerufen haben. Zum einen war da die Krankenschwester, die ihm gesagt hatte: We´ll take care of you / Wir kümmern uns jetzt um dich, und zum anderen war es der Satz, dass er Glück im Unglück gehabt hatte, denn wäre der Wirbelbruch etwas höher gewesen, könnte er seine Hände nicht mehr bewegen. „Diese beiden Sätze haben sich in mich hineingebrannt und stärkten mein Grundvertrauen, dass ich trotz des schweren Schicksalsschlages gut aufgehoben und geborgen bin.“ Jeden Abend kam auch eine Putzfrau zu ihm, die vor ihrem Arbeitsbeginn immer für ihn betete, in Sesuto, einer Sprache, die er zwar wörtlich nicht verstand, aber das spielte keine Rolle.</p>
<p>Nach zweieinhalb Wochen Krankenhausaufenthalt in Südafrika wird Felhofer dann nach Hause geflogen und er fällt damit, wie er sagt, in ein tiefes Loch. Beim „Aussteigen“ aus dem Flugzeug, wird ihm bewusst, dass er als gesunder Mann nach Südafrika geflogen war und jetzt extrem behindert nach Hause kommt. Erst in der Rehabilitation in Bad Häring in Tirol entdeckte er neue Lebensperspektiven. Es wurde ihm gezeigt, wie er vom Bett selber in den Rollstuhl kommt, er konnte trainieren und seine Muskeln aufbauen und er hört oft: „Den Satz: es geht nicht, den gibt es bei uns nicht. Du musst es ausprobieren und an deine Grenzen gehen.“ „Diesen Zuspruch, diese Herausforderung habe ich gebraucht“, sagt Felhofer. Nach fünf Monaten kommt er nach Hause. Der Entschluss wieder in der Schule zu unterrichten und dann später der Wechsel in die Krankenhausseelsorge haben ihm geholfen in einen normalen Alltag, der nicht nur auf die Behinderung fokusiert ist, zurückzufinden. Inzwischen ist Felhofer verheiratet und hat einen Sohn Emanuel, der 3 ½ Jahr ist.</p>
<p>Die Zeit des Krankenstandes und der Rehabilitation hat ihn sensibel für die Arbeit in der Krankenhausseelsorge gemacht und „ein Stück weit befähigt für diesen Beruf, auch wenn meine Krankheitserfahrung kein Garantieschein ist, dass ich immer den richtigen Ton treffe“, so Felhofer. Da in der Palliativ-Care die Qualität des Lebens von PatientInnen im Vordergrund steht, entsteht oft eine sehr individuelle Form der Begleitung. Der Respekt vor den Anliegen und Wünschen von PatientInnen und Angehörigen hat oberste Priorität. „Wenn sich Menschen wünschen noch einmal den Geschmack von Erdbeeren zu verkosten oder einen Wald sehen möchten, dann tun wir alles um das zu ermöglichen. Ich erlebe tagtäglich Sinn.“</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/spiritualitat-und-religion/'>Spiritualität und Religion</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/133/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/133/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=133&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Bewerbung um die Stelle eines Pfarrers von Hartkirchen und Haibach</title>
		<link>http://ausserwoeger.wordpress.com/2012/02/27/bewerbung-um-die-stelle-eines-pfarrers-von-hartkirchen-und-haibach/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 20:57:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[MMag. Helmut Außerwöger Stroheimer Straße 11 4070 Eferding tel.: 0650 8489884 e: buero@ausserwoeger.at Eferding, 27.2.2012 Bischöfliche Ordinariat z.H. S.g. Herrn Dr. Martin Füreder Herrenstraße 19 4020 Linz Bewerbung um die Stelle des Pfarrers von Hartkirchen und Haibach Lieber Martin, ich &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2012/02/27/bewerbung-um-die-stelle-eines-pfarrers-von-hartkirchen-und-haibach/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=129&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>MMag. Helmut Außerwöger<br />
Stroheimer Straße 11<br />
4070 Eferding<br />
tel.: 0650 8489884<br />
e: buero@ausserwoeger.at Eferding, 27.2.2012</p>
<p>Bischöfliche Ordinariat<br />
z.H. S.g. Herrn<br />
Dr. Martin Füreder</p>
<p>Herrenstraße 19<br />
4020 Linz</p>
<p>Bewerbung um die Stelle des Pfarrers von Hartkirchen und Haibach</p>
<p>Lieber Martin,</p>
<p>ich bewerbe mich hiermit um die Stelle eines Pfarrers für die in der Mitarbeiterzeitschrift informiert02/2012 der Diözese Linz ausgeschriebenen Pfarren Hartkirchen und Haibach ob der Donau.</p>
<p>Folgende Qualifikationen bringe ich für meine Tätigkeit als Pfarrer mit:</p>
<ul>
<li>ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Studium der Philosophie</li>
<li>ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Studium der Fachtheologie und der Selbständigen Religionspädagogik.</li>
<li>eine abgeschlossene Ausbildung als diplomierter systemischer Pädagoge</li>
<li>eine abgeschlossene Ausbildung als diplomierter Lebens- und Sozialberater</li>
<li>ein abgeschlossenes psychotherapeutisches Propädeutikum mit 780 Theoriestunden</li>
<li>Kenntnisse im Bereich der Systemischen Psychotherapie, durch meine derzeit noch laufende Ausbildung zum Psychotherapeuten.</li>
<li>intensive Kenntnisse der ignatianischen Spiritualität durch das Absolvieren regelmäßiger ignatianischer Einzelexerzitien</li>
<li>10 Jahre Ordenserfahrung als Augustiner-Chorherr im Stift St. Florian</li>
<li>6 Jahre Berufserfahrung als Pastoralassistent der Pfarre Leonding St. Michael</li>
<li>2 Jahre Berufserfahrung als Pfarrassistent der Pfarre Stroheim</li>
<li>3 Jahre Berufserfahrung als dipl. Ehe- und Familienberater in freier Praxis</li>
<li>2 Jahre Berufserfahrung als theologischer Referent des Kommunikationsbüros der Diözese Linz</li>
</ul>
<p>Aufgrund meines Glaubens und meiner fachlichen Kenntnisse werde ich, sofern ich mit dieser Aufgabe betraut werde, mit großem Engagement und mit viel Freude den Beruf eines Pfarrers von Hartkirchen und Haibach erfüllen.</p>
<p>Ich freue mich über eine positive Rückmeldung deinerseits und verbleibe</p>
<p>mit freundlichen Grüßen</p>
<p>MMag. Helmut Außerwöger</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/uncategorized/'>Uncategorized</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/129/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=129&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Am Ende dieses Tages</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 19:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Abendgebet]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
		<category><![CDATA[Loslassen]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende dieses Tages lockere ich den Griff, mit dem ich meine Gedanken festhalte. Ich lasse los und gebe sie DIR. Ich lockere den Griff, mit dem ich meine Gefühle festhalte. Ich lasse los und gebe sie DIR. Ich lockere &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2012/01/17/am-ende-dieses-tages/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=121&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende dieses Tages</p>
<p>lockere ich den Griff, mit dem ich meine Gedanken festhalte.<br />
Ich lasse los und gebe sie DIR.</p>
<p>Ich lockere den Griff, mit dem ich meine Gefühle festhalte.<br />
Ich lasse los und gebe sie DIR.</p>
<p>Ich lockere den Griff, mit dem ich meine Vergangenheit festhalte.<br />
Ich lasse meine Erfolge, mein Scheitern, meine Verletzungen los und gebe sie DIR.</p>
<p>Ich lockere den Griff, mit dem ich meine Zukunft festhalte.<br />
Ich lasse meine Pläne und meine Wünsche los und gebe sie DIR.</p>
<p>Am Ende dieses Tages</p>
<p>lockere ich den Griff, mit dem ich an mir selbst festhalte.<br />
Ich lasse los und lege mich in deine Hand.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/spiritualitat-und-religion/'>Spiritualität und Religion</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/121/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=121&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>„Leistung muss sich in Österreich lohnen“</title>
		<link>http://ausserwoeger.wordpress.com/2012/01/05/%e2%80%9eleistung-muss-sich-in-osterreich-lohnen/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 16:41:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Leistung]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsträger]]></category>
		<category><![CDATA[Therese Niss]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ja, Leistung muss sich in Österreich lohnen und darf nicht bestraft werden“ sagt Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie im SN-Interview vom 5.1.2012. Das erste was, diese Aussage mit mir macht, ist, dass sie mich ärgert. Warum? Vielleicht bin ich &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2012/01/05/%e2%80%9eleistung-muss-sich-in-osterreich-lohnen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=107&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Ja, Leistung muss sich in Österreich lohnen und darf nicht bestraft werden“ sagt Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie im SN-Interview vom 5.1.2012. Das erste was, diese Aussage mit mir macht, ist, dass sie mich ärgert. Warum?</p>
<p>Vielleicht bin ich einfach nur neidisch, dass ich nicht als leistungsstarkes Baby in eine Industriellenfamilie hineingeboren wurde und mir schon im Alter von 5 Monaten ein Vermögen erarbeitet und erleistet habe, von dem der Durchschnittsösterreicher nur träumen, es aber in seinem Arbeitsleben nicht erreichen kann.</p>
<p>Vielleicht ärgert mich diese Aussage deswegen, weil ich an meine Frau denke, die derzeit sehr viel leistet, aber von keinem Arbeitgeber dafür bezahlt wird. Meine Frau arbeitet zuhause, weil sie in der Hauptsache die Betreuung, Versorgung und Erziehung unserer sechs Kinder über hat. Nicht zu vergessen ist ihr Engagement für ihre 75jährige Tante und ihren 86jährigen Onkel, die zwar rüstig in eigener Wohnung im selben Haus mit uns leben, aber doch auch Zeit und Aufmerksamkeit, die sie ihnen gerne gewährt, beanspruchen. Und da ich diese Zeilen schreibe, fallen mir noch ihre Leistungen ein, die sie u.a. erbringt, indem sie einen Kinderchor und die öffentliche Bibliothek der Pfarre leitet. Wenn meine Frau den Satz befolgen würde, den Therese Niss als Vision für Österreich ausgibt, dann würde sie nicht zu Hause sein, wir würden keine sechs Kinder haben, Onkel und Tante wären im Altersheim und anstatt der einzubindenden Bücher für die Pfarrbibliothek und der Noten für den Kinderchor würden sich die Gehaltszettel auf ihrem Schreibtisch stapeln.</p>
<p>Vielleicht ärgert mich dieses Satz deswegen, weil ich mir einfach wünsche, dass Leute, die so etwas hinausposaunen, einfach mal nachdenken sollen, was denn das bedeuten könnte „Leistung“. Ich gehe davon aus, das alles wirklich Wertvolle, was wir Menschen hervorbringen können, nicht verrechnet werden kann in einem Schema von Leistung und Entlohnung. Wieviel wert ist die wertschätzende Haltung, die ich einem Klienten entgegenbringe, der mich in meiner Praxis aufsucht? Wieviel ist die Unterrichtsstunde einer Lehrerin wert, in der die SchülerInnen mit Begeisterung dabei sind? Wieviel ist es wert, wenn eine Altenpflegerin mit Achtsamkeit und Ruhe einen pflegebedürftigen Menschen badet? Wieviel wert ist der Einsatz für Menschenrechte und ökologische Nachhaltigkeit?</p>
<p>Und vielleicht ärgert mich dieser Satz auch deswegen, weil ich daran denke, wieviel in unserer Welt durch sogenannte wirtschaftliche und politische Leistungsträger schon zerstört worden ist. Eine Industrie, die viel leistet, indem sie möglichst schnell und umfangreich die Ressourcen dieser Erde aufbraucht, sollte meines Erachtens eher bestraft als belohnt werden.</p>
<p>Leistung alleine, ist wie das Fahren ohne Ziel mit 220 km/h auf der Autobahn.</p>
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		<title>Neu geboren werden: Zweite Spur</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 18:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Alkoholabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Drogenabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nikodemusgespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[spiritueller Weg]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Herbstmonaten absolvierte ich ein Praktikum für meine Psychotherapieausbildung am Erlenhof in Prambachkirchen. In dieser Therapiestation können drogen- und alkoholabhängige Menschen eine Langzeittherapie machen. Am Vormittag arbeiten die KlientInnen in einem der drei Arbeitsbereiche, die es am Hof gibt &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2011/12/29/neu-geboren-werden-zweite-spur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=103&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den Herbstmonaten absolvierte ich ein Praktikum für meine Psychotherapieausbildung am Erlenhof in Prambachkirchen. In dieser Therapiestation können drogen- und alkoholabhängige Menschen eine Langzeittherapie machen. Am Vormittag arbeiten die KlientInnen in einem der drei Arbeitsbereiche, die es am Hof gibt und am Nachmittag nehmen sie an den Gruppentherapie- und Wohngruppensitzungen teil. In den drei Monaten meines Praktikums nahm ich an vielen Gruppengesprächen teil. Mit großem Respekt hörte ich zu, wenn KlientInnen über ihr Leben, über das was sie bewegt, kränkt und hoffen lässt, sprachen.</p>
<p>Und mit großer Bewunderung beobachtete ich, wie die KlientInnen des Erlenhofs versuchten eine neue Lebensspur, eine neue Lebensbahn zu beschreiten. Die alten Bahnen und Wege haben sie an den Abgrund ihres Lebens geführt und nun galt es eine neue Spur einzuschlagen.</p>
<p>Dieses Finden der neuen Lebensspur ist bei vielen mit radikalen Einschnitten und Veränderungen verbunden. Der alte Freundeskreis wird aufgegeben, meistens führt der neue eingeschlagene Weg nicht mehr in den Ort oder die Stadt zurück, wo man gewohnt hat. Das Verhältnis zur eigenen Lebensgeschichte, zu den Eltern oder Geschwistern erfährt oft schmerzhafte Verwandlungen und selbst der einmal erlernte Beruf wird oftmals zurückgelassen und neue Perspektiven werden erkundet.</p>
<p>Beim Bedenken des Erlebten ist mir wieder das Nikodemusgespräch aus dem Johannesevangelim in den Sinn gekommen. Jesus spricht vom Neu-geboren-werden durch den Heiligen Geist und vom Zurücklassen des alten Lebens. Selten habe ich Menschen getroffen, wie jene am Erlenhof, die so radikal versuchten mit dem alten Leben zu brechen und ein neues zu finden. Wir „Normalsterblichen“ und nicht so sensibel Fühlenden wünschen uns meistens für unser Leben, das alles so bleibt, wie es ist. Der Gott Jesu ruft uns in die Verwandlung: Das Alte loslassend und das Neue empfangend.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/psychotherapie/'>Psychotherapie</a>, <a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/spiritualitat-und-religion/'>Spiritualität und Religion</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/103/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/103/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=103&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das wirklich Wichtige mache ich nicht – ich empfange es vom ANDEREN</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 22:28:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Neugeburt]]></category>
		<category><![CDATA[Nikodemus]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren bedenke ich immer wieder einmal das Nikodemusgespräch aus dem Johannesevangelium (siehe unten). Dunkel, geheimnisvoll und faszinierend schimmert dieser Text in mein Leben und ich habe dieselben Fragen, wie sie Nikodemus zu nächtlicher Stunde stellt: Wie kann das geschehen, neu &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2011/12/20/das-wirklich-wichtige-mache-ich-nicht-ich-empfange-es-vom-anderen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=73&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren bedenke ich immer wieder einmal das Nikodemusgespräch aus dem Johannesevangelium (siehe unten). Dunkel, geheimnisvoll und faszinierend schimmert dieser Text in mein Leben und ich habe dieselben Fragen, wie sie Nikodemus zu nächtlicher Stunde stellt: Wie kann das geschehen, neu geboren zu werden aus dem Geist?</p>
<p>Eine erste Spur: Ich nehme das Wort Geburt wörtlich. Ich war bei den Geburten meiner sechs Kinder dabei und habe sie immer mehr oder weniger als Grenzgang zwischen Leben und Tod und letztlich als großes Geschenk erlebt. Das geborene Baby wird nicht gefragt, ob es geboren werden will, es gibt sich das Leben nicht selbst, es empfängt sich von anders woher. So beginnt unser Leben mit etwas ganz seltsamen: das wichtigste, machen wir nicht selber, sondern empfangen es durch andere. Wir sind von Geburt an Beschenkte und am Beginn eines jeden von uns steht nicht das Ich sondern die Beziehung, das sich empfangen von einem anderen her.</p>
<p>Könnte es nicht sein, dass es mit der Geburt aus dem Geiste dasselbe ist?</p>
<p>Damit Leben, damit Wachstum und Entfaltung gelingt, braucht es eine gute Balance zwischen Beziehung und Autonomie. Das Leben mit Kindern in einer Familie ist ein ständiges Spiel zwischen diesen beiden Polen. Wieviel Beziehung, wieviel Bindung und wieviel Selbständigkeit und Freiheit es braucht, ist immer wieder neu auszuhandeln. Und als Erwachsene, setzen wir dieses Spiel zwischen Autonomie und Bindung in unseren intimen Beziehungen, in unseren Freundschaften oder im Beruf fort.</p>
<p>Charles Taylor beschreibt in seinem Buch „Ein säkulares Zeitalter“ wie sich vom ausgehenden Mittelalter durch die Neuzeit hindurch bis in unsere Tage in der nordatlantischen Welt ein zunehmend von der Autonomie geprägtes Selbst- und Gesellschaftsverständnis des Menschen herausgebildet hat. Der große Pendelschlag ging in den letzten dreihundert Jahren in Richtung Autonomie. Der ernorme Erfolg der Naturwissenschaften und der angewandten instrumentellen Vernunft in Soziologie, Psychologie, Politik und Ökonomie vermittelte dem Menschen, dass er vieles, vielleicht sogar alles machen und erreichen kann, wenn er will. Dieses Bewusstsein der Machbarkeit und Verfügbarkeit nimmt auch in jeder einzelnen Biografie breiten Raum ein. Alles ist möglich. Mit einem Höllentempo und im Wahn der Machbarkeit rasen wir durch unser Leben.</p>
<p>Daher klingt es in unseren autonomen modernen Ohren umso befremdlicher, wenn Jesus im Johannesevangelium sagt, dass das wirklich Wesentliche und Wichtige für uns Menschen, nämlich, dass wir Gott schauen, so etwas ist, wie eine Geburt und also von uns nicht gemacht werden kann. „Wenn einer nicht neu geboren wird, kann er das Königtum Gottes nicht sehen.“ (Joh 3,3) Das wirklich wichtige wird nicht gemacht, sondern empfangen. Das wirklich wichtige in meinem Leben mache ich nicht, sondern ich empfange es, von einem anderen, von einer anderen, vom ANDEREN.</p>
<p>Johannes &#8211; Kapitel 3<br />
1 Einer der führenden Juden, ein Pharisäer namens Nikodemus, kam eines Nachts zu Jesus. &#8220;Rabbi&#8221;, sagte er, &#8220;wir alle wissen, dass du ein Lehrer bist, den Gott uns geschickt hat, denn deine Wunderzeichen beweisen, dass Gott mit dir ist.&#8221; 3 &#8220;Ich versichere dir&#8221;, erwiderte Jesus, &#8220;wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht einmal sehen.&#8221; 4 &#8220;Wie kann ein Mensch denn geboren werden, wenn er schon alt ist?&#8221;, wandte Nikodemus ein. &#8220;Er kann doch nicht in den Bauch seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!&#8221; 5 &#8220;Ja, ich versichere dir&#8221;, erwiderte Jesus, &#8220;und bestätige es noch einmal: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Menschliches Leben wird von Menschen geboren, doch geistliches Leben von Gottes Geist. 7 Wundere dich also nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind weht, wo er will. Du hörst ihn zwar, aber du kannst nicht sagen, woher er kommt und wohin er geht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.&#8221; 9</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/spiritualitat-und-religion/'>Spiritualität und Religion</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/73/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=73&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wohin geht ein katholischer Christ, der nicht alle Spielregeln befolgt?</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 16:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kirchenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Übertritt]]></category>
		<category><![CDATA[katholischer Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Schönborn]]></category>
		<category><![CDATA[Ungehorsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Kardinal Schönborn hat nun das blumig-diplomatische Kirchenchinesisch aufgegeben und klar gesagt, dass er die Reformanliegen der Pfarrerinitiative und vieler weiterer KatholikInnen in Österreich nicht aktiv unterstützen will. Er ist für die Beibehaltung des Zölibats, wünscht sich keine Änderungen in der Geschiedenen-Wiederverheirateten-Pastoral und hält &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2011/08/14/wohin-geht-ein-katholischer-christ-der-nicht-alle-spielregeln-befolgt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=68&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kardinal Schönborn hat nun das blumig-diplomatische Kirchenchinesisch aufgegeben und klar gesagt, dass er die Reformanliegen der Pfarrerinitiative und vieler weiterer KatholikInnen in Österreich nicht aktiv unterstützen will. Er ist für die Beibehaltung des Zölibats, wünscht sich keine Änderungen in der Geschiedenen-Wiederverheirateten-Pastoral und hält an den Regeln fest, die u. a. so genannten „Laien“ das Predigen verbietet, geschweige denn, dass er in Zukunft positive Gedanken in Richtung Frauenweihe haben wird. In der Mitarbeiterzeitung der Diözese Wien und im Standardinterview vom 12.8.2011 richtet er seinen „ungehorsamen Priestern und den anderen MitarbeiterInnen unmissverständlich aus, dass sich jeder ja überlegen kann, ob er nach diesen Regeln in diesem Spiel mitspielen will oder nicht und er bedient dabei zwei Vergleiche: die Familie und das Fußballspiel. Wo kämen da die Familien hin, wenn dort der Ungehorsam zur Regel wird, fragt der Kardinal und beim Fußballspiel müssten halt die Spieler, die nicht mehr nach dem Statut spielen wollen, ein anderes Spiel wählen und das Spielfeld verlassen.</p>
<p><strong>Aber, nicht alles was hinkt, ist ein guter Vergleich.</strong></p>
<p>Nun, ich gehöre seit längerem zu jenen Spielern im katholischem Spiel, die schon viele Jahre gewisse Regeln für nicht mehr sinnvoll oder gottgewollt halten. Ich kann es einfach nicht glauben, dass Gott, dieses unfassbare Geheimnis, das worüber hinaus größeres nicht gedacht werden kann, dass dieses göttliche Du nicht auch Frauen oder verheiratete Männer in seinen Dienst ruft, um sein Wort zu verkünden und Heil und Heiligung den Menschen zu bringen. Ich glaube es einfach nicht, dass Jesus jenen, die in einer Ehe gescheitert sind und in einer neuen Beziehung leben, keinen Neuanfang geben und ihnen seine Nähe verweigern würde. Ich glaube es einfach nicht, dass Jesus eine Zweiklassengesellschaft von „Geweihten“ und „Laien“ wollte.</p>
<p>Ich nehme das Wort des Kardinals also ernst und überlege mir, in welchem anderen religiösen Spiel ich mitspielen könnte, da ich ja ein paar Regeln des bisherigen nicht befolge oder befolgen will. Aber, wohin soll ich mit meinem Glauben gehen, wenn ich das katholische Spielfeld verlasse?</p>
<p>Ich verdanke der Katholischen Kirche, meinen Eltern, der Pfarre, in der ich aufgewachsen bin und vielen anderen Menschen meinen Glauben an Jesus Christus und an sein Evangelium. Ich empfinde es als ein großes Geschenk, Gott zu vertrauen und ahne etwas vom Feuer, das im Evangelium steckt, das Jesus verkündet hat.</p>
<p><strong>Wohin geht ein gläubiger katholischer Christ?</strong><br />
Wenn jemand ein guter Sportler ist und aber des Fußballspielens überdrüssig, wird es ihm nicht schwer fallen eine neue Sportart zu finden, die ihm mehr Freude bereitet. Wenn jemand in einer Firma mit seiner Arbeit oder mit seinem Chef unzufrieden ist, kann er sich einen neuen Job suchen, aber, wohin geht ein gläubiger Christ, der seine Wurzeln und seine religiöse Heimat in der Katholischen Kirche hat?</p>
<p><strong>Übertreten in eine andere christliche Gemeinschaft</strong><br />
In den letzten Jahren, gab ich oft zur Antwort, wenn mich jemand nach meiner Konfession fragte, dass ich katholischer Christ bin, wobei mir das katholische immer weniger bedeutete und das Christ-Sein immer wichtiger wurde. Grundsätzlich bin ich mir ziemlich sicher, dass ich mein Christ-Sein auch in einer evangelischen oder methodistischen Gemeinschaft leben könnte. Von daher dürfte es ja für mich gar nicht so schwer sein in eine andere christliche Gemeinschaft zu wechseln? Aber ganz so einfach ist es nicht.</p>
<p>Das Übertreten in eine andere christliche Gemeinde, die denselben Glauben teilt, bedeutet das Aufgeben religiöser Formen und Traditionen, die einem auch mit Familie und lieben Menschen verbinden. Wer in einer konkreten Pfarrgemeinde vor Ort lebt und sich engagiert, verliert beim Verlassen seiner Kirche einen Teil dieser Gemeinschaft und ich weiß nicht, ob ich das will.</p>
<p>Für Priester, Ordensleute und kirchliche Angestellte würde ein Übertritt den Verlust von Job, sozialer Sicherheit, Ansehen und Identität bedeuten? Wer würde unter diesen Umständen einen Übertritt also wagen?</p>
<p><strong>Heißt das also, bleiben und den Widerspruch aushalten?</strong></p>
<p>Die Katholische Kirche trägt Verantwortung für die, die sie an sich bindet<br />
Die Gemeinschaft der Kirche ist also anscheinend für jene, die an ihrem Leben teilhaben, nicht so einfach zu verlassen, wie ein Verein. Die Kirche bindet die Menschen durch die Taufe bereits in ihren ersten Lebensmonaten an ihre Gemeinschaft. Und das bedeutet, dass die Katholische Kirche auch Verantwortung trägt für ihre Gläubigen. Ihre leitenden Repräsentanten dürfen Menschen, wegen dem bisschen Ungehorsam, nicht so einfach wegschicken. Ganz im Gegenteil; die Katholische Kirche hat Sorge zu tragen, dass die Menschen, die sie seit Kindestagen an sie bindet, nicht irrewerden an ihr.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://ausserwoeger.wordpress.com/category/kirchenpolitik/'>Kirchenpolitik</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ausserwoeger.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ausserwoeger.wordpress.com/68/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=68&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die psychotischen Spiele in der Familie</title>
		<link>http://ausserwoeger.wordpress.com/2011/07/26/die-psychotischen-spiele-in-der-familie/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 08:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Familientherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Generationsgrenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Mailänder Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Palazolli]]></category>
		<category><![CDATA[Paradoxe Intervention]]></category>
		<category><![CDATA[psychotische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Selvini]]></category>
		<category><![CDATA[Systemische Therapie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die AutorInnen um Mara Selvini Palazzoli beschreiben in ihrem Buch „Die psychotischen Spiele in der Familie, Klett-Cotta 1992“ den Weg von der Entdeckung und konkreten Anwendung der paradoxen Intervention hin zu einer systemischen Therapieform, die letztlich die paradoxe Intervention hinter &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2011/07/26/die-psychotischen-spiele-in-der-familie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=65&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die AutorInnen um Mara Selvini Palazzoli beschreiben in ihrem Buch „Die psychotischen Spiele in der Familie, Klett-Cotta 1992“ den Weg von der Entdeckung und konkreten Anwendung der paradoxen Intervention hin zu einer systemischen Therapieform, die letztlich die paradoxe Intervention hinter sich lässt, und die relationalen Wurzeln der „psychotischen Spiele“, so bezeichnet das Autorenteam bestimmte Arten der Kommunikation und des Verhaltens, innerhalb von Familien aufdeckt.</p>
<p>Die AutorInnen bezeichnen dies auch als die zentrale Frage, die sie in ihrem Forschungs- und Therapieinteresse geleitet hat: Wie hängt die Störung der Eltern mit der Störung des Kindes zusammen? Diese Frage ist für das Autorenteam der sogenannte Ariadnefaden, der es seit der Veröffentlichung von „Paradoxon und Gegenparadoxon“1 1975 bis zur Veröffentlichung dieses Buches 1988 leitete. Das Herausarbeiten einer sozialen Ätiologie der Psychose ist das Grundanliegen der AutorInnen. Das heißt, die AutorInnen versuchen jene zwischenmenschlichen Prozesse zu rekonstruieren, die in die Psychose führen. Das Buch reflektiert auf die Erfahrung mit 290 PatientInnen, die zwischen 1979 und 1987 vom Mailänderteam behandelt worden sind. Das mittlere Alter der PatientInnen lag ca. bei 15 Jahren bei Ausbruch des Symptoms. Folgende Krankheiten wurden behandelt: Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa, Schizophrenie, Major Depression und Autistische Störungen.</p>
<p>Ambivalente Erfahrungen mit der pardoxen Intervention<br />
Unter Paradoxon oder paradoxe Intervention verstehen die AutorInnen „bestimmte Schachzüge und Taktiken, die dem Anschein nach den Zielen der Therapie zuwiderlaufen, in Wirklichkeit aber die Therapie vorantreiben“.2 Es handelt sich hierbei beispielsweise um die explizite Verschreibung des Symptoms, die positive Bewertung desselben, das Gutheißen desselben oder die Besorgnis darüber, dass es zu früh verschwinden könnte.</p>
<p>Das Autorenteam hat die paradoxe Intervention aufgrund der Schriften zu Kommunikation und System vom Watzlawick und Bateson entwickelt. Mit Hilfe der paradoxen Intervention konnte das damalige Team spektakuläre Erfolge bei der Heilung von schwersten psychotischen Störungen verbuchen. Diesen Erfolgen folgten aber die Erfahrungen, dass manche Verbesserungen nur kurz anhielten und was für das Autorenteam am Bedeutsamsten war, die Praxis der paradoxen Intervention konnte die konkreten pathologischen Familiensituationen nicht erklären. Manche VertreterInnen der damaligen systemischen Therapieform lehnten die Suche nach Erklärungshypothesen für die psychotischen Pathologien sogar explizit ab, wie die Palo-Alto-Schule. Ein weiteres Problem war für das Mailänderteam die Willkürlichkeit, mit der das Paradoxon eingesetzt wurde, ohne die konkreten Umstände der Familie wirklich zu kennen.</p>
<p>Im Laufe der Zeit sammelten die AutorInnen eine Reihe von Situationen, in denen die paradoxe Intervention nicht wirkte. So machten sie die Erfahrung, dass die positive Symptomdeutung nur dann wirkte, wenn die Deutung wirklich auf einen Teil der Familie zutraf. Sprachen die TherapeutInnen beispielsweise davon, dass die psychotischen Zustände des Kindes ja bewirken, dass das Elternpaar zusammen bleibt, so entfaltete diese Interventionsform nur dann seine Wirkung, wenn die Eltern das auch so erlebten.</p>
<p>Weiters entdeckte das Team, dass die paradoxe Intervention von der spezifischen Anpassung an die konkreten Familienverhältnisse abhing. Eine zu sehr verallgemeinerte Form der Intervention zeigte keine Wirkung. So entstand das Problem, dass in der paradoxen Deutung zwar oft der Nutzen für ein Familienmitglied zur Sprache gebracht wurde, aber die anderen Teile der Familie konnten mit dieser Deutung nur wenig anfangen.</p>
<p>Die AutorInnen machten auch die Erfahrung, dass das Paradoxon nur dann seine Wirkung zeigte, wenn der Wunsch nach Hilfe sehr deutlich war.</p>
<p>„Wie das Einschlagen einer Bombe“<br />
Die Paradoxe Intervention wurde in der ersten Sitzung „verabreicht“ wie das Einschlagen einer Bombe. Nach der Bekanntgabe der Deutung war mit den TherapeutInnen kein Gespräch mehr möglich. Wenn das Paradoxon seine Wirkung nicht zeigte, gestalteten sich die folgenden Sitzungen als schwierig, da kein gesicherter Ablauf mehr vorhanden war und so wurden die Sitzungen zu Varianten der ersten Sitzungen.</p>
<p>Zusammenfassend kann man sagen, dass die Wirkung der Paradoxen Intervention, so wie sie von der Mailänder Schule angewandt wurde, erstens auf der genauen Analyse der spezifischen familiären Bedingungen und zweitens auf der provokativen Offenlegung der verdeckten Absichten beruhte.3</p>
<p>Die Zufälligkeit und Unvorhersehbarkeit der Wirkungen und dass es durch die Verwendung der paradoxen Intervention keinen wirklichen Zugewinn an Wissen über die Entstehung von Psychosen gab, führten dazu, dass sich Palazzoli und Prata, nach dem Zerfall des Teams von der Verwendung des Paradoxons letztlich abwandten.</p>
<p>Der Fall Marsi und die Entdeckung der unveränderlichen Verschreibung.<br />
Durch den Fall Marsi machten Palazzoli und Prata die Entdeckung der unveränderlichen Verschreibung. Die Familie Marsi kam in Therapie, weil eine der Töchter an Magersucht litt. Trotz intensiver Sitzungen gelang es dem Autorenteam nicht, die Spiele der Familie zu durchschauen. Unter anderem beobachteten die TherapeutInnen, dass sich immer wieder die Töchter in den Therapiegesprächen in die Angelegenheiten der Eltern einmischten. Aufgrund dieser Erfahrung entschloss sich das Team, die Kinder von der Therapie auszuschließen und alleine mit den Eltern weiterzuarbeiten. „Den Töchtern sollte auf nonverbale Weise zu verstehen gegeben werden, dass sie sich aus den Angelegenheiten der Eltern herauszuhalten hatten.“4</p>
<p>Die Verschreibung lautete: „Über alles, was in den Sitzungen gesprochen wird, müssen Sie absolutes Stillschweigen bewahren. Sollten Ihre Töchter Fragen stellen, so antworten Sie, die Therapeutin habe verlangt, dass alles, worüber gesprochen wird, zwischen Ihnen und ihr bleibt. Während der Zeit bis zur nächsten Sitzung gehen Sie einige Male vor dem Abendessen ohne Ankündigung aus dem Haus. Sie sagen vorher nichts, sondern lassen nur einen Zettel zurück, auf dem steht: Wir sind heute Abend nicht da. Suchen Sie Treffpunkte aus, wo Sie ziemlich sicher gehen können, dass Sie niemand kennt. Wenn Sie dann bei Ihrer Rückkehr von den Töchtern gefragt werden, wo um alles in der Welt Sie geblieben sind, so lächeln Sie nur und sagen: Das geht nur uns zwei etwas an. Außerdem möchten wir, dass sich jeder von Ihnen – in einem Heft, das gut versteckt werden muss – darüber Notizen macht, wie jede der Töchter auf Ihr seltsames Verhalten reagiert. Bei unserem nächsten Treffen, zu dem wieder nur Sie beide kommen werden, lesen Sie uns dann vor, was Sie aufgeschrieben haben.“5</p>
<p>Die konkrete Durchführung der Verschreibung<br />
Die aufgetragene Verschreibung zeigte eine verblüffende Wirkung. Nach einem Monat, die Eltern befolgten die Verschreibung sehr gewissenhaft, zeigte sich eine wesentliche Verbesserung des symptomatischen Verhaltens der magersüchtigen Tochter und das Familienklima insgesamt hatte sich stark verbessert. Das Autorenteam beschloss nun, diese zufällig gefundene Verschreibung zu einem fixen Bestandteil der Therapie mit psychotischen Patienten zu machen und entwickelte sie in folgender Weise.</p>
<p>Die Vorbereitung und Verschreibung selbst gliedert sich in folgende Schritte:<br />
Telefongespräch: Die Therapeutin sammelt bei der Anmeldung möglichst viele Informationen über die Familie. Welche Personen im gemeinsamen Haushalt leben und welche Familienmitglieder sonst noch für die Kernfamilie von Bedeutung sind, sind die Fragerichtungen, die eingeschlagen werden.<br />
1. Sitzung: Zur ersten Sitzung werden alle Familienmitglieder, die im Haushalt leben und alle weiteren Personen, die großen Einfluss auf das Familienleben zu haben scheinen, eingeladen. Am Ende der Sitzung wird den TeilnehmerInnen mitgeteilt, dass ab der folgenden Sitzung nur mehr mit der Kernfamilie weitergearbeitet werden wird. Diese Sitzung dient dazu, viele Informationen über die Familie zu erhalten und eine klare Grenzziehung zwischen der Kernfamilie und den restlichen Familienmitgliedern zu signalisieren.<br />
2. Sitzung: Die zweite Sitzung dient der Erkundigung,wie die anderen Familienmitglieder auf den Ausschluss aus der Therapie reagiert haben und welche Mitglieder der Kernfamilie darauf hin entspannter oder gespannter reagieren. Am Ende der Sitzung wird den anwesenden Kindern mitgeteilt, dass die Therapie ohne sie alleine mit den Eltern fortgeführt werden wird.<br />
3. Sitzung: Hier werden die Reaktionen der Kinder und die Reaktionen der Eltern auf den Ausschluss der Kinder aus der Therapie besprochen. Am Ende der Sitzung erhalten die Eltern die Verschreibung der Hausaufgabe, die aus vier Punkten besteht:<br />
1.Schweigen: Die Eltern werden beauftragt, zu Hause niemanden über den Inhalt der Therapie zu informieren und allen wichtigen Familienmitgliedern dies auch mitzuteilen.<br />
2.Heimliches Ausgehen: Den Eltern wird aufgegeben in den nächsten Wochen öfters heimlich auszugehen und nur einen Zettel darüber, dass sie nicht da sind, zu hinterlassen.<br />
3.Keine Informationen: Auf Fragen der Kinder, wo die Eltern den gewesen seien, werden die Eltern angewiesen freundlich zu antworten, dass das nur die Eltern etwas angehe.<br />
4.Notizenheft: Die Eltern bekommen weiters den Auftrag, die Reaktionen der Kinder zu beobachten und das Wichtigste in ein Heft, dass sie versteckt halten, zu schreiben.</p>
<p>Kommentar zur Verschreibung<br />
Das Mailänderteam entdeckte mit dieser Verschreibung, dass sie einen guten Informationsfluss über das Verhalten in der Familie in Gang setzt. Indem in den darauf folgenden Sitzungen beobachtet werden kann, wer wie auf die Geheimhaltung, die abendlichen Ausflüge und den Ausschluss der Kinder reagiert, werden sozusagen die Spielregeln der Familie sichtbar. Und so wurde die Verschreibung für das Autorenteam zu einem „Sprungbrett“, die Entstehungswurzeln des psychotischen Spiels einer Familie zu klären.</p>
<p>Verschwommene Generationsgrenzen<br />
Die Verschreibung hilft weiters die verschwommenen Generationsgrenzen in den Blick zu nehmen und neu zu initiieren. Indem ein Kontrakt der Geheimhaltung zwischen dem Ehepaar und der TherapeutIn geschlossen wird (nämlich, dass keine Informationen über die Therapie an andere weitergeben wird und dies auch explizit den wichtigen Familienmitgliedern mitgeteilt wird), wird eine erste klare Grenze gezogen. Die Eltern kommen somit in ein einmaliges Vertrauensverhältnis zur Therapeutin. Eine zweite Grenze wird durch das heimliche Verschwinden und das darauf folgende „Nicht Auskunft geben darüber“ der Eltern gegenüber allen anderen Familienmitgliedern neu eingerichtet. Der Zettel auf dem Tisch und die Antwort: „Das geht nur uns was an“ macht deutlich, dass hier Einmischung von dritten unerwünscht ist. Für das Autorenteam sind diese neue Grenzziehung und die strenge Hierarchie der Grenzziehung u.a. Gründe für die hohe Wirksamkeit dieser Intervention.</p>
<p>Neu initiierte Autonomiebestrebungen<br />
Eine weitere wichtige Wirkung entsteht durch die neu initiierten Autonomiebestrebungen der Eltern. Indem das Paar durch das spontane Weggehen am Abend, Autonomie für sich beansprucht, senden sie automatisch das Signal an ihre Kinder, dass auch sie fähig sind zur Autonomie. So wird den Eltern in der Verschreibung auch aufgetragen, nicht zu fragen, was die Kinder in ihrer Abwesenheit getan haben. Gerade dieses Verhalten sprengt oft den Teufelskreis von Überbeaufsichtigung und Entmündigung zwischen Eltern und Kindern.</p>
<p>Zusammenfassend kann man sagen, dass die Verschreibung für das AutorInnenteam drei wesentliche Funktionen enthält: Die Verschreibung ist erstens Informationsquelle für das konkrete Familienspiel, zweitens dient sie der therapeutischen Wirkung und drittens entwickelte sich die Verschreibung zu einem Forschungsinstrument für das Mailänderteam.</p>
<p>Das Verhalten der Eltern<br />
In der Beobachtung der Eltern, wie sie die Verschreibung durchführen, ergaben sich drei sich unterscheidende Gruppen. Gruppe A sind jene, die die Verschreibung genau befolgen und durchführen. In diesen Familien stellte sich oft nach kürzerer Zeit deutliche Besserungen beim Indexpatienten ein. Gruppe B sind jene Paare, die nur einen Teil der Verschreibung oder nur kurze Zeit die Verschreibung befolgen. In diesen Familien wurde oft schnell sichtbar, dass es andere Gründe gibt, die die Eltern die Verschreibung nicht befolgen ließen, wie die Angst, durch die neue Autonomie das gesunde Kind zu verlieren. Die dritte Gruppe befolgt die Verschreibung gar nicht. Die Paare dieser Gruppe reagieren oft in der nächsten Sitzung „patzig“. Mit diesen Eltern ist es dem TherapeutInnenteam nicht gelungen einen Kontrakt herzustellen.</p>
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		<title>Frei bleibt, wer sein Gehirn benützt</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 20:26:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ausserwoeger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gerald Hüther]]></category>
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		<description><![CDATA[Gedanken zum Buch von: Hüther Gerald; Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn, 92010 Göttingen. Der Neurobiologe Gerald Hüther stellt sich, für einen Naturwissenschaftler und Gehirnforscher, in seinem Buch eine sehr ungewöhnliche Aufgabe. Er bemängelt, dass die Frage: Was sollen wir mit &#8230; <a href="http://ausserwoeger.wordpress.com/2011/07/12/frei-bleibt-wer-sein-gehirn-benutzt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ausserwoeger.wordpress.com&#038;blog=13509983&#038;post=62&#038;subd=ausserwoeger&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gedanken zum Buch von:<br />
Hüther Gerald; Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn, 92010 Göttingen.</p>
<p>Der Neurobiologe Gerald Hüther stellt sich, für einen Naturwissenschaftler und Gehirnforscher, in seinem Buch eine sehr ungewöhnliche Aufgabe. Er bemängelt, dass die Frage: Was sollen wir mit unserem Gehirn machen? bisher in der Gehirnforschung zu kurz gekommen sei. Die Beschäftigung mit Aufbau und Funktionsweise des Gehirns hat bisher den Vorrang eingenommen, auch in der Arbeit des Autors. Gerald Hüther möchte nun aufgrund der neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung auch die Frage nach dem „soll“ beantworten.</p>
<p>Die Grundlage seines Buches ist die fundamentale neurobiologische Erkenntnis, „dass das Gehirn zeitlebens zur adaptiven Modifikation und Reorganisation seiner einmal angelegten Verschaltungen befähigt ist.“ Das Gehirn ist ein Organ, dass sich seinen Nutzungsbedingungen zeitlebens anpasst. Damit stellt sich für Hüther und für den Menschen aber grundsätzlich die Frage: Wie das Gehirn eben zu nützen sei.</p>
<p>Aus neurobiologischer Sicht hat jedes menschliche Gehirn seine Begabungen und Schwächen, d.h. seine Prädispositionen; dass besagt aber noch lange nicht, dass damit die Entwicklung des menschlichen Gehirns eine vorgegebene Sache ist. Es gibt Prädispositionen (Veranlagungen) und Vulnerabilitäten (Anfälligkeiten), wie sich aber ein menschliches Gehirn letztlich konkret entwickelt, wird durch die Nutzungsbedingungen entschieden. Damit ist im Bereich der Hirnforschung die im 20. Jhdt durch Raymond y Cajal entstandene Hypothese von der Unveränderlichkeit der einmal im Gehirn entstandenen Verschaltungen überwunden.</p>
<p>Die Entwicklung des menschlichen Gehirns<br />
Der Autor beschreibt in den 6 Kapiteln des Buches die phylogenetische, die ontogenetische und die aktualgenetische Entwicklung des menschlichen Gehirns. Grundsätzlich unterscheidet er so genannte „programmgesteuerte, initialgesteuerte und zeitlebens programmierbare Gehirne.“ Was ist damit gemeint?</p>
<p>Die phylogenetische Entwicklung des menschlichen Gehirns.<br />
Die Entwicklung des Gehirns war in der Evolution durch verschiedene Einflüsse bedingt. Zum einen war es immer die Funktion des Gehirns, die innere Ordnung des Organismus aufrechtzuerhalten. Das bedingte andererseits wiederum die Entwicklung einer immer sensibleren Wahrnehmung äußerer Gefahren, um diese Ordnung zu gewährleisten. Im Laufe der Evolution entwickelten sich also Gehirne, deren neuronale Verschaltungen das Leben besser sicherten, indem Gefahren gegen den Organismus schneller erkannt wurden.</p>
<p>Die Kontextbedingungen in dem sich das Leben der Organismen entwickelten waren ein weiteres Ingrediens für die Entwicklung des Gehirns. Wurden Nischen oder parasitäre Überlebensplätze gefunden, die das Überleben leicht sicherten, so stellte sich die evolutionäre Entwicklung des Gehirns auf diese Umweltbedingungen ein. Diese Spezialisten der Evolution generierten ein Gehirn, dass aufgrund der jeweiligen Kontextbedingungen der Nische das Überleben am besten sicherten. Hüther führt das Beispiel des Bandwurms und des Maulwurfs an. Beide Tiergattungen fanden eine Nische, die in evolutionärer Hinsicht die Entwicklung des Gehirns maßgeblich beeinflussten, mit dem Nachteil, dass sich das Gehirn dieser Arten so spezialisierte, dass ein Überleben in einem anderen Kontext irgendwann nicht mehr möglich war. „Je einseitiger diese Bedingungen sind und je besser dieser Anpassungsprozess gelingt, desto schwerer fällt es ihnen allerdings, später einmal wieder aus so einer Nische herauszukommen.“</p>
<p>Eine andere evolutionäre Möglichkeit der Benutzung des Gehirns mussten jene Arten entwickeln, denen es nicht gelang in einer Nische Fuß zufassen und deren Umwelt so komplex und unsicher war, dass alle Fähigkeiten des Gehirns gleichermaßen beansprucht werden mussten. Diese dritte Art der evolutionären Benutzung des Gehirns führte letztlich zu einer Gehirnkonstruktion, die zeitlebens offen ist, sich den Nutzungsbedingungen der Umwelt anzupassen.</p>
<p>Am Anfang der Evolution stehen also programmgesteuerte Gehirne, deren Verschaltungen genetisch festgelegt sind und nicht mehr verändert werden können. Eine weitere Stufe der Entwicklung stellen initial-programmierbare Gehirnstrukturen dar. In diesen Gehirnen kommt ein Teil der neuronalen Verschaltungen durch führe Erfahrungen zustande. Das was allgemein mit Tierinstinkten gemeint ist, sind meist früh eingegrabene Erfahrungen, die Tiere bei der Bewältigung von Stresssituationen gemacht haben. Das berühmte Grauganzexperiment von Konrad Lorenz ist ein bekanntes Beispiel einer initialgesteuerten Gehirnprogrammierung bei diesen Tieren. Die Erfahrungen der ersten Lebenstage bestimmen das lebenslange Verhalten.<br />
Damit sich aber in der Evolution jene dritte Art von Gehirnstruktur, wie sie der Mensch ca. seit 100.000 Jahren besitzt, durchsetzen konnte, brauchte es spezielle Nutzungsbedingungen. Zum einen müssen es Kontextbedingungen gewesen sein, die ein komplexes Denk- und Wahrnehmungsvermögen zum Überleben erfordert haben. Damit wurden die neuronalen Verschaltungsmöglichkeiten beständig erweitert. Die ständige Veränderung von Umweltbedingungen förderte eine Gehirnstruktur, die sich immer länger als formbar erweisen musste. Das ständige Hinauszögern des Festlegens der neuronalen Verschaltungen erforderte wiederum möglichst lange Sicherheit in der Entwicklung und somit einen guten Zusammenhalt in der Sippe. So konnten auf Dauer nur jene Primaten überleben, die durch ihr soziales Verhalten das Überleben der Sippe gewährleisten konnten. Das Ergebnis dieses evolutionären Prozesses war ein zeitlebens lernfähiges Gehirn, das nur der Mensch ca. seit 100.000 Jahren besitzt.</p>
<p>Die ontogenetische Entwicklung des menschlichen Gehirns<br />
Über die konkrete Entwicklung des menschlichen Gehirns entscheiden die Nutzungs- und Umweltbedingungen. Je differenzierter und optimaler die Nutzungsbedingungen für das menschliche Gehirn sind, desto mehr miteinander verschaltete Nervenzellen werden entstehen.</p>
<p>Bereits in der Entwicklung im Mutterleib entscheiden Umweltbedingungen und Nutzungsbedingungen, die die Mutter vorfindet über Entwicklungschancen des Gehirns. Sowohl die Aufnahme von Wirkstoffen wie Alkohol, Nikotin usw wie auch die „Veränderung der Konzentration bestimmter…Hormone, die durch seelische oder körperliche Belastungen während der Schwangerschaft ausgelöst werden, können die Hirnentwicklung beeinflussen.“</p>
<p>Nach der Geburt muss das Neugeborene den Stress und die Angst bewältigen. Dazu braucht es in den ersten Lebensjahren sichere Bindungen zu vielen unterschiedlichen Menschen, damit das Gehirn differenzierte Verschaltungen und Stressbewältigungsmuster generieren kann. Gerade die erste Lebensphase des Neugeborenen ist besonders wichtig, da viele neuronale Verschaltungen erst ausgeprägt werden. Wenn das Neugeborene genügend sichere Bindungen aufbauen kann, hat es die Möglichkeit, „viel von dem zu spüren und wahrzunehmen, was es bereits aus seinem bisherigen Leben im Mutterleib kennt.“</p>
<p>Das Problem sind meist Umwelt- und Nutzungsbedingungen durch die zum Teil sehr unsichere und/oder zu wenige Bindungen, aufgebaut werden können. Dadurch steigt die Möglichkeit, dass das Gehirn einseitige Strategien der Angstbewältigung festlegt, die später nur mehr schwer gelockert werden können. Hüther benutzt das Bild des Pfahlwurzlers für einen Bindungstyp, der nur sehr wenige und sehr enge Bindungen aufbauen konnte. Die allzu feste Bindung an nur wenige kann die Neugier auf die Welt und die Entdeckungslust massiv beeinträchtigen. Diejenigen Menschen, die in ihrer Kindheit zwar viele aber sehr unsichere Bindungen erlebt haben, bezeichnet Hüther als Flachwurzler, denen es schwer fällt intensivere Bindungen einzugehen.</p>
<p>In der Spannung zwischen Gefühl und Verstand<br />
Anhand der Spannungsbögen von Gefühl und Verstand, Abhängigkeit und Autonomie und Offenheit und Abgrenzung markiert Hüther sowohl optimale als auch eingeschränkte Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten des menschlichen Gehirns.</p>
<p>In der Entwicklung des menschlichen Gehirns kann es zu einer Unausgewogenheit von Gefühl und Verstand kommen. Der Gefühlsmensch ist geprägt durch eine enge Bindung an die Mutter oder an eine andere Beziehungsperson. Menschen, die rational entscheiden, standen während der prägsamen Entwicklung des Gehirns nicht zur Verfügung und konnten somit die entsprechen neuronalen Verschaltungen nicht fördern. Solche Menschen entscheiden und handeln sehr intuitiv und gruppenbezogen. Menschen hingegen, die einen Mangel an Zuwendung und an emotionaler Sicherheit erhalten haben, haben diesen oft durch eine verstärkte Selbstbezogenheit und Rationalität kompensiert.</p>
<p>Autonomie und Abhängigkeit<br />
Die zureichende Stabilität und Sicherheit von Bindungen entscheiden in den ersten Lebensjahren, welches Verhältnis der Mensch zu Autonomie und Abhängigkeit einnimmt. Grundsätzlich sollte für eine optimale Entwicklung des menschlichen Gehirns die Bindung an die Bezugsperson so sicher sein, dass dem Kind Schritt für Schritt die Entdeckung der Welt möglich wird. Ist diese Bindung zu eng, führt sie in die Abhängigkeit und dem Gehirn fehlen die notwendigen Nutzungsbedingungen für seine Entwicklung. Ist die Bindung zu instabil aufgrund der Erfahrung von mehr oder weniger schweren Vertrauensbrüchen, „können diese Destabilisierungsprozesse lebensbedrohliche Ausmaße annehmen“, die nur noch durch Abkoppelung der traumatischen Erfahrungen bewältig werden können.</p>
<p>Zwischen Offenheit und Abgrenzung<br />
Manche Kinder kommen mit einer schier unbegrenzten Neugier und Offenheit verbunden mit einem starken Bewegungsdrang zur Welt. „Diese Kinder neigen dazu, mehr in sich aufzunehmen, als sie tatsächlich verarbeiten.“ Sie brauchen eine strukturierende Umgebung, damit sie sozusagen in der Flut der Eindrücke nicht ertrinken. Andere Kinder wiederum lassen sich von Anfang an von äußeren Reizen nur schwer beeindrucken. Sie verharren bereits als Baby wie ein kleiner Buddha inmitten des Wohnzimmers. Zu stark verschlossene Kinder laufen aber Gefahr, zu wenig von der Welt mitzukriegen. Sie brauchen eine Umgebung, die sie dementsprechend herausfordert.</p>
<p>Die richtige Benutzung des Gehirns<br />
Wäre das Gehirn von uns Menschen so fest verdrahtet wie das eines Maulwurfs, müssten wir uns, so Gerald Hüther, keine Gedanken über die Anwendung unseres Gehirns machen, denn es gäbe nichts zu entscheiden. Die genetische Programmierung hätte uns die Entscheidung abgenommen. Beim Menschen ist es aber nicht so und das ist das spannende daran. Der Mensch kann sich frei entscheiden wofür er sein Gehirn benutzen will. Paradoxerweise bleibt ihm diese Freiheit je mehr, desto mehr er sich bewusst für die Art und Weise der Nutzung entscheidet. Das Gehirn des Menschen ist ein lebenslanges offen programmierbares System. Diese freie Entscheidung der Nutzung des Gehirns hat natürlich seine Einschränkungen. Wenn die ontogenetischen Entwicklungsbedingungen auf ein Minimum reduziert waren, wird es einem Menschen nur in sehr bedingtem Ausmaß gelingen, über die Nutzung seines Gehirns frei zu entscheiden. Auch in bedrohlichen gesellschaftlichen Situationen, wenn bspw. Menschen ihre ganz Energie aufwenden müssen, um nur zu überleben, ist der Entscheidung über die Entwicklung des eigenen Gehirns eine Grenze gesetzt. Aber auch mangelndes Wissen über die Arbeitsweise des Gehirns kann die freie Entscheidung beeinträchtigen.</p>
<p>Die kulturelle Entwicklung im Lauf der Geschichte war immer wieder bestimmt, die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zu erreichen. Zu diesem Zweck haben Menschen Gemeinschaften und Kooperation entwickelt. War das Ziel erreicht zerfielen diese sozialen Gefüge aufgrund des Nachlassens der Anstrengungen bis zu jenem Zeitpunkt, an dem neue Bedürfnisse auftauchten. Diese kulturellen Zyklen gingen aber nicht spurlos in der genetischen Entwicklung unseres Gehirns vorbei. Sie wurden auch über Generationen abgespeichert. So kam es zu einer ständigen Erweiterung der Nutzung des Gehirns im Bereich der Wahrnehmung, der Erkenntnis und des Selbstbewusstseins.</p>
<p>Wahrnehmung<br />
Hüther erwähnt, dass es in jeder Kultur immer besonders mutige Menschen gab, die die Vorreiterrolle übernommen haben, in der Art und Weise wie sie ihr Gehirn benutzten. Hüther nennt sie auch Propheten. Sie zeichneten und zeichnen sich dadurch aus, dass sie innere und äußere Wahrnehmung zugleich schulten. So wurde ihr Gehirn fähig immer neue Bilder mit den alten zu verbinden und verschmelzen zu lassen. Diese Erweitung der Wahrnehmung des Gehirns geht nicht von selber. Sie braucht Muße, ein stabiles inneres Gleichgewicht, ein störungsfreies Umfeld und einen festen Willen. Die Stufenleiter der Wahrnehmung hinab zu steigen, das geht von selber. Hinauf geht´s nur mit Konsequenz.</p>
<p>Empfindungen<br />
Unser Gehirn macht sich ständig ein Bild von den äußeren und inneren Geschehnissen und versucht immer wieder die innere Ordnung herzustellen. Zwei Grundgefühle begleiten den Mensch dabei. Die Angst ist das Gefühl, wenn etwas nicht passt in diesem Gleichgewicht und die Freude ist das Empfinden über die wieder gewonnene Ordnung. Die Empfindung der Überraschung fügt Hüther als dritte Grundkonstante besonders für den Menschen hinzu. Auch in diesem Bereich ist das menschliche Gehirn fähig, seine Nutzung auszubauen. Für Kinder ist es entscheidend, ob sie in einer Umgebung aufwachsen, die das differenzierte Ausdrücken von Gefühlen fördert oder hindert. In hohem Maß Basis dafür ist das Vorhandensein von sicheren Bindungen.</p>
<p>Erkennen<br />
Die Fähigkeit zu Erkennen ist eine relativ spät entwickelte Funktion des menschlichen Gehirns. Als primäre Stufe des Erkennens nennt Hüther die Fähigkeit „wenn-dann“ Beziehungen und Erkenntnisse herzustellen. Diese primäre Stufe der Erkenntnis wird aufgebrochen durch die Fähigkeit, komplexe Strukturen zu erkennen und zu sehen, dass es nicht nur monokausale Verursachungen gibt, sondern dass viele Bedingungen die Ursache eines Zustandes sein können. Als dritte Stufe der Erkenntnis, nennt Hüther die Fähigkeit, dass der Menschen erkennen kann, dass alles was er tut, Spuren hinterlässt.<br />
Bewusstsein<br />
Mit dem Begriff Bewusstsein beschreibt Hüther die Fähigkeit des Menschen, sich selbst zu beobachten, sich seiner selbst in Gedanken, Handlungen und Empfindungen bewusst zu werden. Auch das Bewusstsein hat eine materielle Grundlage in den neuronalen Verschaltungen des Gehirns. Das Gehirn hat sozusagen eine Metaebene an Verschaltungen. Die Entwicklung des Bewusstseins ist eng verknüpft mit den Stufen der Entwicklung in den anderen Bereichen Wahrnehmung, Gefühle und Erkenntnis.</p>
<p>Durch das Heraustreten aus Bindungen entsteht und entwickelt sich sowohl auf phylogenetischer wie auch auf ontogenetischer Ebene menschliches Bewusstsein. Kulturgeschichtlich datiert Hühter das Heraustreten des Menschen aus dem kollektiven mythischen Bewusstsein ca. vor 6000 Jahren. Einen ersten deutlichen Ausdruck findet dieses Heraustreten im Gilgamesch-Epos, der die Heldentaten des Königs Uruk schildert. Aber auch in der ontogenetischen Entwicklung eines Menschen braucht es das langsame Durchwandern des „kindlich-mythischen“ Bewusstseins hin zu einem festen Selbstbewusstsein. Es gibt in der Entwicklung sowohl die Gefahr einer vorschnellen pseudoautonomen Selbstbezogenheit wie auch das Verharren im mythischen Zustand des Bewusstseins. Grundsätzlich hat der Mensch die Fähigkeit zur Transzendenz, das heißt, dass es ihm möglich ist, vorgegebene Bewusstseinszustände und Identitäten immer wieder zu hinterfragen und zu überschreiten. Als Ziel nennt Hüther eine Persönlichkeit, die mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein verlässliche Beziehungen und Bindungen herstellen kann.</p>
<p>Das Ziel und der Weg dorthin<br />
Als grundsätzliches Ziel aller bewussten Nutzungsmaßnahmen für das menschliche Gehirn nennt Hüther die Freiheit. Es geht darum, dass es dem Menschen nicht wie dem Bandwurm im Darm gehen soll, der aufgrund der bequemen Lebens- und Nutzungsbedingungen im Lauf der Evolution letztlich sein Gehirn völlig abgebaut hat. Auf dem Weg zur Erhaltung und Erweiterung dieser Freiheit nennt Hüther zum einen die Bedingungen, dass der Mensch immer wieder seine Ziele zu überdenken hat und bereit sein muss, sie auch zu ändern. Weiters ist es die Achtsamkeit, die als grundlegende Wartungsmaßnahme für ein auch in Zukunft funktionierendes Gehirn beachtet werden soll. Als letzten Punkt nennt Hüther die Fähigkeit zur Betroffenheit, die sich der Mensch erhalten muss, um weiterhin die Nutzungsbedingen seines Gehirns zu erweitern. Nur wenn sich Menschen betroffen fühlen, von Umständen, Lebensbedingungen und anderen Menschen, werden sie aufgrund dieser Betroffenheit beginnen, Ziele, Lebensweisen und Haltung zu ändern. Für Hüther ist das menschliche Gehirn in erster Linie ein Sozialorgan, dass die Fähigkeit besitzt, Kooperationen und gemeinsame Ziele zu organisieren und auf dem Weg dorthin immer wieder eingefahrene Wege zu verlassen und einmal entstandene Programmierungen wieder aufzulösen.</p>
<p>„Der Prozess der Menschwerdung ist noch gar nicht abgeschlossen, und wir haben die Möglichkeiten der Entfaltung und Nutzung unseres Gehirns offenbar noch lange nicht ausgeschöpft.“</p>
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